LEGIONELLEN – Häufig gestellte Fragen


1. Was sind Legionellen?

Legionellen sind Bakterien aus der Familie der Legionellaceae. Zurzeit kennt man mehr als 48 Arten und 70 Serogruppen. Die für Erkrankungen des Menschen bedeutsamste Art ist Legionella pneumophila (Anteil von etwa 70 bis 90 %, je nach Region), sie ist Erreger der Legionellose oder Legionärskrankheit.



2. Wo kommen Legionellen vor?

Legionellen kommen dort vor, wo warmes Wasser optimale Bedingungen für ihre Vermehrung bietet. Dieses kann beispielsweise der Fall sein inWarmwassererzeugungs- und Warmwasserverteilungsanlagen, Schwimmbädern, Luftwäschern in Klimaanlagen, Kühltürmen, Krankenhäusern, Schulduschen und andere öffentlichen Duschen, Wannenbäder, Stationsbäder, Totleitungen (Stagnationswasser), Biofilm (gerade an verkalkten / verschmutzen Perlatoren und Duschköpfen).

Kaltwasserleitungen mit Wärmeeinwirkung von außen oder mit langen Stillstandszeiten, z. B. mäßig genutzte Feuerlöschleitungen mit Trinkwasseranbindung, Gartenschläuche, Gartenduschen.

Optimale Lebensbedingungen für Legionellen ist in einem Temperaturbereich von 25 bis 50 Grad Celsius



3. Wann sterben Legionellen?

Legionellen sterben ab einer Temperatur von über 55 Grad Celsius ab.



4. Wie gefährlich sind Legionellen? Wie kann ich mich mit Legionellen infizieren?

Eine Übertragung von Legionellen ist prinzipiell durch Kontakt mit Aerosolen aus Leitungswasser möglich, wenn die Legionellen in die tiefen Lungenabschnitte gelangen.

Nicht jeder Kontakt mit legionellenhaltigem Wasser führt zu einer Gesundheitsgefährdung. Erst das Einatmen bakterienhaltigen Wassers als Aerosol (verdampftes Wasser / fein zerstäubtes Wasser) z. B. beim Duschen, bei Klimaanlagen, durch Rasensprenger und in Whirlpools, kann zur Infektion führen.

Das Trinken von legionellenhaltigem Wasser stellt in der Regel keine Gesundheitsgefahr dar.

Eine Übertragung von Legionellosen wird insbesondere mit folgenden technischen Systemen in Verbindung gebracht:Warmwasserversorgungen (z. B. in Wohnhäusern, Krankenhäusern, Heimen, Hotels), Klimaanlagen und Luftbefeuchter, Badebecken, insbesondere Whirlpools, sowie sonstige Anlagen, die Wasser zu Wassertröpfchen zerstäuben (beispielsweise Nebelerzeuger, Nebelbrunnen).



5. Wie kann ich mich vor Legionellen schützen?

Vorbeugende Maßnahmen um Legionellenbefall / Infektion zu vermeiden sind unter anderem:
- Erwärmung des Warmwassers auf über 60 Grad Celsius.
- Vermeidung von Stagnationswasser (in regelmäßigen Abständen alle Leitungen spülen)
- Duschschläuche möglichst nach Benutzung entleeren und in regelmäßigen Abständen erneuern.
- Entkalken Sie in regelmäßigen Abständen (alle 4-6 Wochen) die Perlatoren und Duschköpfe.
- Erneuern Sie die Perlatoren jährlich.
- Legionellenfilter können auch verwendet werden.



6. Warum muss eine Legionellenprüfung durchgeführt werden?

Aufgrund der Gesetzgebung sind Betreiber/Inhaber von Warmwasseraufbereitungsanlagen die die Anforderungen erfüllen zur jeweiligen turnusmäßigen Überprüfung Verpflichtet.



7. Wer ist von der Pflicht der Legionellenprüfung betroffen?

Neben der gewerblich-öffentlich betroffenen Anlagen wie zum Beispiel Hotels, Schulen, Kindergärten, Vereine, Clubs, Krankenhäuser, Schwimmbäder, Saunen die einer jährlichen Überprüfung nachkommen müssen sind mit der Novellierung der Trinkwasserverordnung vom 01.11.2011 auch sogenannte nicht öffentlich gewerblichen Anlagen verpflichtet mindestens alle 3 Jahre einer Überprüfung nachzukommen. 
Gewerblich-nicht öffentliche Anlagen sind Wohnanlagen die:
 
Speicher-Trinkwassererwärmer und zentrale Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit mehr als 400 Litern Speichervolumen und/oder mehr als drei Litern Wasser in jeder Rohrleitung zwischen dem Abgang des Trinkwassererwärmers und der am weitesten entfernten Entnahmestelle.“
Betroffen sind somit praktisch alle Mehrfamilienhäuser mit zentraler Trinkwassererwärmung, ausgenommen Ein- und Zweifamilien-Häuser.
 
Wohneigentümergemeinschaften sind von der Überprüfungspflicht betroffen, wenn mindestens eine Wohnung vermietet  und somit gewerblich genutzt - wird. Da die Trinkwasseranlage zum gemeinschaftlichen Eigentum gehört, haftet die gesamte WEG dafür, dass die Vorgaben der Trinkwasserverordnung erfüllt werden.



8. Wo werden die Proben entnommen?

Die Probenentnahme erfolgt immer an mindestens drei Stellen des Wasserkreislaufs.
Voraussetzung hierfür ist, dass sogenannte Probenahmeventile verbaut sind. Probenahmeventile sind zwingen erforderlich an folgenden Punkten:
- Beim Warmwasserspeicher (Boiler) Austritt (TWW)
- Beim Warmwasserspeicher (Boiler) Eintritt (TWZ) Zirkulationsleitung / Rücklauf
- Je ein Probenahmeventil am Enpunkt jedes Steigstrangs ist nicht zwingend erforderlich.



9. Wie oft muss die Legionellenprüfung gemacht werden?

Hier unterscheidet man in gewerblich-öffentliche Warmwasseranlagen(Hotels, Schwimmbäder,  Krankenhäuser, Fitnesstudios, Schulen, Kindergärten…) und nicht öffentliche Warmwasseranlagen (Mietwohnungen / Häuser):
- Die Prüfpflicht für gewerblich-öffentliche Anlagen ist jährlich
- Die Prüfpflicht für nicht öffentlich gewerbliche Anlagen ist alle drei Jahre (bei Legionellenbefall wird für die betroffene Anlage ein gesonderter Rhythmus vom jeweilig zuständigen Gesundheitsamt bestimmt)



10. Wer trägt die Kosten der Legionellenprüfung?

Die Kosten der Legionellenprüfung trägt jeder Betreiber / Unternehmer / Eigentümer selbst. Bei nicht gewerblichen/-nicht öffenlich vermieteten Wohnungen können jedoch die Kosten der Legionellenprüfung als Betriebskosten Anteilig auf die Mieter umgelegt werden. 



11. Kann ich selbst Wasserproben nehmen?                       

Nein. Die für Gesundheitsämter relevanten Proben müssen durch unabhängige und zertifizierte Probennehmer entnommen, sowie in akkreditierten Laboratorien analysiert werden, damit eine Verfälschung der Proben ausgeschlossen ist. 



12. Was macht man bei Legionellenbefall?

Je nach Stärke des Befalls sind verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, die durch einen Sachverständigen in einer Gefährdungsanalyse erörtert  und in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt umgesetzt werden.



13. Welche Konsequenzen können bei Nichteinhaltung / Verweigerung der Überprüfung entstehen?

Je nach Fall können Bußgelder von bis zu 25.000 Euro sowie Freiheitsstrafen von bis zu 2 Jahren verhängt werden. Im Falle einer Erkrankung eines Mieters / Kunden / Gastes das auf das Fehlverhalten des Betreibers einer Warmwasseranlage zurückzuführen ist, hat dieser Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. 
 
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